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Hoppel, der tollpatschige Osterhase

Eine lustige Ostergeschichte zum Vorlesen für Kinder und Lieblingstanten.
Es war einmal vor langer, langer Zeit ein kleiner, süßer Hase namens Hoppel. Er war ein wenig kleiner als die anderen Hasen, hatte eine lustige Stupsnase und ein stehendes und ein hängendes Öhrchen.
Doch Hoppel war oft traurig. Immer, wenn er etwas besonders gut machen wollte, ging etwas schief – und die anderen Hasenkinder lachten dann über ihn, während die großen Hasen oft den Kopf schüttelten. Nur seine Hasenmama und der alte, weise Osterhase nahmen ihn dann ihn bei den Pfoten und sagten: „Keine Sorge, kleiner Hoppel. Irgendwann wirst du etwas finden, dass du ganz besonders gut kannst, viel besser als alle anderen.“ Doch Hoppel zweifelte immer wieder.
Wie an diesem schönen Tag im Frühling, an dem Hoppel mit der falschen Pfote aus dem Bettchen gestiegen war. Er hatte seinen Wecker nicht gehört, sich beim hektischen Aufstehen in der Bettdecke verheddert und war aus dem Bett geplumpst. Dabei war doch bald Ostern, und in den Wochen vor Ostern durften die Hasenkinder dem alten Osterhasen zur Pfote gehen. Das mochte Hoppel gern, wenngleich ihn viele kritisch dabei beäugten... im letzten Jahr hatte er ein ganzes Körbchen mit bunten Eiern zerschlagen, als er beim Forttragen über eine Baumwurzel gestolpert war.
Doch dieses Jahr sollte es anders werden. Hoppel nahm sich nicht mal die Zeit zum Frühstücken. Er war spät dran. Und so putzte er sich nur schnell das Schnäuzchen und die Löffel, zog sich an und lief los zum großen Blumenwiesenplatz vor der Eiersammelstelle.
Aber, oh weh, in seiner Aufregung warf er zuerst die Farben auf seinem Malplatz um. Beim Aufheben der Becher stieß er mit seinem Stummelschwänzchen auch noch den Korb mit den Eiern um und … ach herrje, alles zusammen, landete auf der Blumenwiese. Die anderen Hasenkinder sahen das und begannen wie so oft zu lachen. „Schaut nur, hahaha“, riefen sie. „Hoppel Tolpatsch hat sein Chaos mitgebracht!“
Hoppel begann leise weinend die Eier wieder aufzuheben. Mitten in die Farbe geplumpst waren diese auf den Eiern ineinander gelaufen. Außerdem waren die Eier voller Gras und Blüten von der Wiese, die nun ebenfalls bunt von der Eierfarbe war. Einige Tränen landeten auch auf den Eiern, die Hoppel langsam einsammelte und vorsichtig auf sein Tischchen legte. Dann ging er schweigend davon, während die anderen Hasenkinder noch immer lachend weiter ihre eigenen Eier bemalten. Eins rot, eins grün, ein gelb und blau...
Der alte Osterhase jedoch rief die Hasenkinder zur Ruhe. Er hatte alles mit angesehen, ohne sich einzumischen. Nun jedoch ging er zu Hoppels Tischchen und betrachtete die Eier mit der nun fast angetrockneten Farbe. Einige hatten weiße Punkte, wo die Tränen des kleinen, tolpaschigen Hasenkindes hingetropft waren. Andere befreite der alte Hase von den Blumen und Grashalmen, unter deren Klebestellen wunderschöne Schattierungen anderer Farben zum Vorschein kamen. Da lächelte der alte Hase und nahm an Hoppels Tischchen Platz.
Seine Augen leuchteten, hatte er doch noch nie solche schöne Ostereier gesehen. Normale Ostereier kannte er zu genüge: Eins rot, eins grün, ein gelb und blau... doch diese Eier hier waren dank der Tolpaschigkeit des kleinen Hasenkindes wunderschön bunt und mit zarten Blüten und Gräsermustern verziert. Lächelnd sammelte er die Eier in ein Körbchen und stellte sie in der Osterhalle auf den Tisch, auf dem die schönsten Eier auf den Wettbewerb um das schönste Osterei warteten.
Als es Abend wurde, versammelten sich alle Hasen, groß und klein, in der Osterhalle. Alle waren ganz aufgeregt, wer denn in diesem Jahr die schönsten Ostereier bemalt hatte. Auch Hoppel hatte sich hier eingefunden und knabberte an der Seite seiner Mutter an einem Möhrchen. Die Entscheidung der Jury war bereits gefallen und alle warteten gespannt auf den diesjährigen Sieger, der ein edles Goldglöckchen bekommen sollte, bevor er künftig in die Riege der Osterhasen aufsteigen dürfe.
Es war mucksmäuschenstill. Der alte Osterhase ging auf die Bühne und zeigte den vielen Hasen das schönste Ei dieses Frühlings. Es war grün und blau und rot und gelb, mit feinen Graszeichnungen und Blüten in zarten Farben und weißen Punkten obendrein. Ein bewunderndes Raunen und Tuscheln ging durch den Raum. Dann wurde es wieder still, weil alle gespannt auf den Namen des Osterkünstlers warteten. „Der Sieger des diesjährigen Eiermalwettbewerbes ist...“ Er machte eine bedeutungsvolle Pause. „Hoppel!“
Alle waren überrascht und drehten sich zu dem kleinen Hasenkind um, dass mitten im Knabbern mit großen Augen inne gehalten hatte. „Mein Ei?“ fragte er verwundert. „Ja, komm rauf, kleiner Hoppel. Damit ich dir dein Goldglöckchen geben kann!“ rief der alte Osterhase. Und ganz langsam stand Hoppel auf, ging zur Bühne und nahm seinen Preis entgegen. Ganz ohne Stolpern oder Holpern. Sondern stolz.
Und von diesem Tage an, war Hoppel nicht mehr der kleine Tolpatsch, sondern ein Ostereierkünstler … einer von den ganz Besonderen.
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